Abschlussbericht der DLM 2014

 

Herzlich Willkommen auf der Schachseite, auf der Sie schon heute die News von vorgestern erfahren.

Die Deutsche Ländermeisterschaft 2014 in Hannover ist passé. Die hessische Delegation mischte in diesem Jahr unter den 19 teilnehmenden Teams gleich mit zwei Mannschaften mit. Die ersten fünf Mannschaften, darunter auch Hessen 1, trennten beim DWZ-Mannschaftsschnitt lediglich wenige Pünktchen, sodass wir mit unserer ersten Mannschaft also durchaus zum Favoritenkreis auf den Titel gehörten. Hessen 2 rangierte zu Beginn der Meisterschaft mit einem DWZ-Schnitt von 1800 auf Startranglistenplatz 14.

So verließ unsere 21-köpfige hessische Delegation am Donnerstag vor einer Woche die heimischen hessischen Gefilden, um mit dem Zug Richtung Hannover zu reisen. In diesem Jahr nahmen wir am Hauptbahnhof in Hannover direkt die Straßenbahn in die richtige Richtung und sparten uns die kleine Sightseeing-Tour durch Hannover.

In der Jugendherberge, die bereits zum dritten Mal in Folge Austragungsort der DLM war, angekommen, war erst einmal Zimmer beziehen, ein paar Gesellschaftsspiele zocken und akklimatisieren angesagt. Da am Anreisetag selbst noch keine Runde anstand und aufgrund des hesseninternen Topduells am Freitagmorgen auch die abendliche Vorbereitung wegfiel, verzichteten wir auf das Abendessen in der Herberge und nutzten die freie Zeit für ein gemeinsames Abendessen in der Stadt. Nach einem kleinen Fußmarsch in die Innenstadt fanden wir zum Glück auch ein Restaurant, das uns alle lecker bekochen wollte. Der Rest des Abends wurde anschließend mit Spielen und der Planung der taktischen Aufstellung für das Team-Konditionsblitzturnier am nächsten Tag verbracht.

Der Rundenbeginn am Freitag war dann nichts für Morgenmuffel- bereits um 8:30 Uhr fiel der Startschuss zur 1. Runde.

Unsere zweite Mannschaft brachte unser erstes Team zwischenzeitlich an einigen Brettern ganz schön ins Schwitzen. Mit zunehmender Spieldauer gab unsere zweite Mannschaft dann aber doch Milch und das Endresultat fiel mit 6,5:1,5 für Hessen 1 recht hoch aus.

Hessen 1 Hessen 2 gut Hessen 1 Hessen 2 Marian Hessen 1 Hessen 2 Vinzent

Am Nachmittag ging es mit zwei hessischen Teams zum großen Team-Kondiblitz. 16 Mannschaften traten im K.O.-System gegeneinander an. Hessen 1 (Jan-Christian, Oliver, Julius und My Linh) konnten sich in Runde 1 gegen Niedersachsen durchsetzen. Hessen 2 (Helene, Katharina, Wladislaw, Robert) schied leider in der ersten Runde aus. Im Viertelfinale gelang uns mit Hessen 1 (Markus, Leonore, Helene, Robert) ein Sieg gegen unseren Zweitrundengegner im regulären Turnier, Baden 1. So hatten wir es mit einer Mannschaft bis ins Halbfinale geschafft. Dort wurden wir jedoch durch einen Komplott von Schiedsrichtern und gegnerischen Betreuern im Spiel gegen Schleswig-Holstein in einer Zeitnotschlacht bezwungen. Unser wochenlanges- speziell auf das Turnier zugeschnittene- Fitnesstraining hat sich also leider nicht ausgezahlt. Wir hatten noch überlegt, Protest einzulegen, haben dann aber doch darauf verzichtet. Obendrein kamen auch Frau Merkel und Konsorten aus dem Politikerzoo leider nicht zum Schachstand zu Besuch.

Robert Kondi Joschi Kondi

 

Abreagieren konnten wir uns anschließend beim Fußballspielen mit den Berlinern, bei dem gerade unsere Mädels Kampfgeist und ihre Fähigkeiten am Ball eindrucksvoll unter Beweis stellten und nicht selten die Jungs ganz schön alt aussehen ließen.

Nach dem kräftezehrenden Sportprogramm am Nachmittag wurde am Abend dann eine ganz ruhige Kugel geschoben. Mit Muskelkater und Müdigkeit schleppten wir uns gerade noch zur Vorbereitung und einer gemütlichen Spielerunde mit Democracy und Schach im Foyer. Regeneration war angesagt. Diese zeigte auch ihre Wirkung.

Denn in der zweiten Runde am Samstagvormittag fielen die an Startlistenplatz 2 gesetzten Badener fast vom Stuhl, als sie von unserer ersten Mannschaft einen 6:2 Kantersieg serviert bekamen.

Auch Hessen 2 feuerte aus allen Rohren und schoss das nominell gleichstarke Team aus Sachsen-Anhalt knapp aber verdient mit 4,5:3,5 ab.

Viel Zeit zum Ausruhen blieb nach der Runde jedoch nicht, denn nach dem Mittagessen stand bereits Runde drei auf dem Plan. Also hieß es noch kurz Vorbereiten und ab an die Bretter.

In dieser Runde spielte das Glück aber gegen uns. Für unsere Truppe Nummer 1 stand gegen Bayern ein wichtiges und womöglich vorentscheidendes Match auf dem Programm. Sollten wir uns nach dem ersten Doppelrundentag mit weißer Weste an der Spitze absetzen können? Leider nicht, denn nach einem packenden Fight zogen wir leider mit 3,5:4,5 den Kürzeren. Die 2:6 Pleite unserer zweiten Mannschaft gegen Sachsen rundete den Nachmittag ab. Mahatma Glück, Mahatma Pech, Mahatma Gandhi…

Insgesamt ein ärgerlicher Nackenschlag nach gutem Start. Nun galt es, die Scherben zusammenzukehren und den Blick nach vorne zu richten. Noch war lange nichts entschieden.

Um ein wenig den Kopf freizukriegen, ging es am Abend auf das nahe gelegene Oktoberfest.

Hier tankten einige noch einmal ihre Energiereserven mit Crepes und Bratwurst auf, andere versuchten sich vergebens beim Pfeile auf Luftballons werfen oder ließen sich von der kleinen Achterbahn wachrütteln.

Natürlich lachte uns auch dieses Jahr wieder die Losbude mit den vielen großen Preisen an. Als hätten wir aus dem letzten Jahr, in dem wir nach dem Kauf von 200 Losen einen kleinen Gummiball als Gewinn nach Hause trugen, nichts gelernt, ließen wir auch dieses Jahr wieder jede Menge Kröten bei der Losbude. Da wir leider nur 56 von 70 Minigewinnlosen sammeln konnten, vertagten wir die Entscheidung, welches Kuscheltier wir uns aussuchten und traten wieder den Heimweg zur Vorbereitung an.

 

Oktoberfest Oktoberfest 3 Oktoberfest (2)

 

Auch am Sonntag stand wieder eine Doppelrunde an. Ein Sieg in der Vormittagsrunde war dringend nötig, um im Rennen um die vorderen Plätze in Lauerstellung dranzubleiben. Hier wurden wir aber von Nordrhein-Westfalen mit 2:6 unerwartet kräftig überfahren. Damit war es amtlich- unsere Titelambitionen konnten wir an den Nagel hängen.

Ein wenig Trost spendete immerhin die zweite Mannschaft, die Mecklenburg-Vorpommern mit 5,5:2,5 vom Brett wischte und damit der ersten Mannschaft gefährlich nahe auf die Pelle rückte.

Für Team 1 war der Bayern/Nordrhein-Westfalen Tunnel nun zumindest überstanden und es gab in den verbleibenden drei Runden noch sechs Mannschaftspunkte zu holen. Restart! So spielten wir in der Nachmittagsrunde endlich wieder auf Betriebstemperatur und Sachsen-Anhalt geriet mit 1:7 unter die Räder.

Hessen 2 schlug sich wacker gegen Württemberg, musste aber letztendlich doch mit 2,5:5,5 die Segel streichen.

Da wir unsere ganzen Loszettel noch nicht eingetauscht hatten, mussten wir am Abend noch einmal kurz aufs Oktoberfest. Gemeinsam mit den Berlinern wurde das allerdings doch ein größerer Ausflug. Letztlich kauften wir übrigens einen kleinen Teddybären als neues HSJ-Maskottchen. Dieser zog sich leider keine zwei Minuten nach dem Kauf beim Streit, wer ihn denn nun nach der DLM mit nach Hause nehmen dürfe, ernsthafte Verletzungen zu. Bei der Diskussion beim nächsten Mittagessen, wie unser Maskottchen denn nun heißen sollte, entschieden wir uns- wenn ich mich recht erinnere- für „Jason Bourne“. Danach wurde unser Maskottchen allerdings auch nie wieder gesehen. Sachdienliche Hinweise, wo es sein könnte, werden gerne entgegengenommen.

Nachdem nun der Titel nicht mehr drin war, ging es in den verbleibenden beiden Runden zumindest noch um einen Treppchenplatz. Unsere Brettpunkteausbeute war bis dahin exzellent.

Hessen 1 bekam es mit der gastgebenden Mannschaft aus Niedersachsen zu tun. Die Weichen standen zwischenzeitlich stark auf Sieg, am Ende ließen wir uns die Wurst aber noch vom Teller nehmen. Das Match endete im Remishafen- 4:4.

Hessen 2 erwischte nach der Niederlage am Nachmittag zuvor das spielfreie Los.

Während die Jungs ordentlich ausschliefen, wurde die Zeit am spielfreien Vormittag von den Mädels genutzt, um ein bisschen frische Luft zu tanken und die entlegensten Winkel Hannovers zu erkunden. Am Ende fanden wir uns überraschenderweise gefühlte drei Stunden lang in Primark und H&M wieder. Nachdem jeder von uns noch ein exquisites neues Outfit verpasst bekam (siehe Foto), packten die Mädels ihre kiloschweren Konsumtüten zusammen und wir zogen wieder ab.

 

Primark 1 Bild Mädels

 

Für den freien Nachmittag hatten wir einen Besuch im Hannoveraner Zoo geplant. Wer darauf keine Lust hatte oder andere ethische Einwände gegen einen Zoobesuch hegte, konnte sich auf dem Fußballplatz neben der Jugendherberge austoben.

Der Zoobesuch stellte sich jedoch als voller Erfolg heraus. Der riesige Zoo bot neben einem großen Aufgebot an Tieren aller Art auch die Möglichkeit einer Bootsrundfahrt, eines Streichelzoos und mehreren Reifenrutschen, auf denen wir zum Abschluss nochmals Vollgas gaben.

 

Zoo 1 Julius Zoo 2 Zoo 3 Zoo 4 Zoo 5Zoo 6 Zoo 7 Zoo 8 Zoo 9 Zoo 10 Zoo 11

 

Am Dienstag war auch schon der letzte DLM-Tag. Eine letzte Runde und die Siegerehrung standen auf dem Plan.

Ein 3:5 unserer ersten Mannschaft in der letzten Runde gegen Schleswig-Holstein setzte dem ganzen Debakel der letzten Runden endgültig die Krone auf. Der Drops war gelutscht, ein unbefriedigender neunter Platz sprang für das erste Team letztlich heraus. Eingeleitet mit einer knappen Niederlage gegen Bayern in Runde drei konnten wir anschließend im Turnier nicht mehr richtig Tritt fassen. Ärgerlich, denn die Mannschaft hatte durchaus das Potential, auch ganz oben zu landen.

Ganz im Gegensatz dazu nutzte die zweite Mannschaft die Gunst der Stunde und bließ noch einmal zum Schlussangriff. Ein überzeugendes 6,5:1,5 gegen die zweite Auswahl Niedersachsens katapultierte uns letztlich noch auf den siebten Tabellenplatz. Alles in allem eine Verbesserung von sieben Plätzen im Vergleich zum Startplatz- starke Vorstellung!

 

Abschluss 1 Abschluss 2 abschluss 3

Auf der Heimfahrt kam dann- zur Freude der anderen Fahrgäste- noch irgendjemand mit der Idee um die Ecke, noch eine Partie Kondiblitz im Zug gegen das Team aus Rheinland-Pfalz auszutragen. Julian und Robert gingen für uns an den Start, RLP spielte mit Thore Perske und Lev Yankelevic. Ob das Match von der mehrfach über den Haufen gerannten Schaffnerin abgeblasen wurde oder wir doch gewonnen haben, weiß ich gar nicht mehr. Am Abend erreichten wir jedoch alle wohlbehalten unsere Heimatbahnhöfe Kassel und Frankfurt.

 

Gruppenbild Dele 2

zug 1 zug 2

 

Weitere Fotos folgen sobald die Speicherkarte wieder auftaucht. 🙂

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